Sense8: ‚I’m not just a Me. I’m also a We.‘

Hallo, mein Name ist Ully und ich bin ein Serienjunkie.
Das ist nichts Neues.
Aber es ist lange nicht mehr passiert, dass mich eine Serie so gefesselt hat, dass ich die erste (und bisher leider einzige) Staffel direkt drei mal hintereinander geschaut habe.

So ging es mir mit Sense8, einer exklusiv für Netflix produzierten Science-Fiction-Serie, die am 5. Juni 2015 Premiere feierte. Die Idee stammt von den Wachowski-Geschwistern. Ja, genau. Das sind die, die auch Matrix gemacht haben. Und das kinematografische Meisterwerk, das Jupiter Ascending ist. Ähem.
Die Serie handelt von 8 sich völlig fremden, völlig verschiedenen Menschen, die in der ganzen Welt verteilt leben. Da haben wir Nomi Marks, eine transsexuelle Bloggerin und Hacktivistin, die mit ihrer Freundin Amanita (ein bekanntes Gesicht für Doctor Who Fans. ;-) ) in San Francisco lebt; Will Gorski, ein Polizist aus Chicago; Riley Blue, eine isländische Djane, die in London lebt; Sun Bak, die Tochter eines erfolgreichen Unternehmers in Seoul und eine wahre Kickbox-Meisterin; Lito Rodriguez, ein Schauspieler aus Mexico City, der heimlich mit seinem Freund Hernando zusammenlebt; Capheus, ein Busfahrer aus Nairobi und großer Fan von Jean-Claude Van Damme; Kala Dandekar, eine studierte Pharmazeutin und streng gläubige Hindu aus Mumbai, die kurz davor steht einen Mann zu heiraten, den sie nicht liebt; und Wolfgang Bogdanow, ein Berliner Schlosser und Safe-Knacker mit erheblichen familiären Problemen.
Ein tragisches Ereignis führt dazu, dass diese 8 Menschen „erwachen“ und feststellen müssen, dass sie mental und emotional miteinander verbunden sind. Sie können fühlen, was die anderen fühlen (teilweise in den ungünstigsten Situationen), haben Zugriff auf die Erinnerungen und Fähigkeiten der anderen und können einander mental „besuchen“. Natürlich gibt es auch einen Bösewicht, einen zwielichtigen Wissenschaftler der nur unter dem Namen „Whispers“ bekannt ist und Jagd auf die 8 Sensates macht.

Die Serie besticht mit interessanten und sympathischen Charakteren, die einem sehr schnell ans Herz wachsen und mit denen man sich sofort identifizieren kann. Für jeden ist etwas dabei. Man brennt darauf zu sehen, wie es ihnen weiterhin ergeht, wie sich sich entwickeln und einander besser kennen lernen. Die Serie spricht auch sonst viele verschiedene Themen an, sei es Politik, Religion, Familie oder Sexualität und Identität.
Natürlich schütteln schon die Ersten die Fäuste und bemängeln, dass wieder einmal viel zu tief in die Klischee-Kiste gegriffen wurde, was ich an dieser Stelle gar nicht einmal unbedingt abstreiten möchte. Die Serie ist nicht perfekt. Klar, es wäre schön gewesen, wenn die Charaktere häufiger in ihrer Landessprache gesprochen hätten. Oder wenn die Produzenten sich einfach Berater aus den verschiedenen Ländern zur Seite gestellt hätten. Dennoch ist Sense8 die beste Serie, die ich seit langem gesehen habe. Ich habe gelacht, ich habe geweint, ich habe mit den Charakteren gelitten und mich mit ihnen gefreut. So, wie das bei einer guten Serie sein sollte. Und wer weiß? Vielleicht lernt diese Serie ja aus ihren kleinen Ungereimtheiten?
Die erste Staffel besteht aus 12 Folgen, am 08. August (dem gemeinsamen Geburtstag der 8 Sensates) wurde die Produktion einer zweiten Staffel bestätigt. 12 Folgen sind nichts, was ein geübter Seriengucker nicht an einem Wochenende bewältigen kann. Und jetzt gehen sowieso die kalten, grauen Tage wieder los, an denen man sein Bett am Liebsten gar nicht verlassen möchte. Also gönnt euch eine Auszeit mit einem großen Pott Tee, einer Tafel Schokolade und einer fantastischen Serie! Ihr werdet es sicher nicht bereuen!

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