Cosplay Interview: Kitty Stahl

Im Rahmen meiner Arbeit für die Jugend-Seite unserer Lokalzeitung durfte ich ein Interview mit der wundervollen Kitty Stahl führen. Dieses möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten.

Frage: Für welches Cosplay hast du hier Fotos gemacht und was sind deine anderen Cosplays?

Kitty: Das Cosplay was ich hier in der Stadtbücherei gemacht habe, war zu der Serie „Call the Midwife“. Das ist eine Serie über Hebammen und Krankenschwestern in den 50ern in einem sehr armen Stadtteil von London. Ich habe mich dafür entschieden die Standarduniform zu schneidern, weil die mir super gefallen hat, ich die Serie sehr schön finde und ich überhaupt den Stil der 50er und 60er Jahre sehr mag. Das war jetzt eher eines meiner ruhigen Outfits. Die anderen, die ich vorher gemacht habe z.B. das Vorletzte, das war Gabriel aus Xena. Die davor gingen in Richtung Computerspiele. Das ist eher so meine Hauptquelle, wo ich meine Inspiration herbekomme.

Frage: Wie lange hast du z.B. an diesem Outfit aus „Call the Midwife“ gesessen?

Kitty: Etwa zwei Monate. Erst einmal den passenden Stoff zu finden und sich die passenden Folgen an zu schauen, um zu sehen, wie der Schnitt überhaupt ist. Ich habe ja auch nicht kontinuierlich daran gearbeitet. Manchmal hat man einfach zu zerstochene Finger oder einfach keine Lust. Es war eins der einfacheren und günstigeren Outfits.

Frage: Warum hast du mit Cosplay angefangen?

Kitty: Konkret anfangen habe ich so vor zwei oder drei Jahren. Da habe ich von der Role Play Convention in Köln erfahren, wo Kartenspielen und noch viel mehr vorgestellt werden und eben auch Computerspiele. Ich dachte mir, dass es langweilig wäre unverkleidet hin zu gehen. Ich hatte noch zwei Wochen um mir etwas auszudenken. Hat auch ganz gut geklappt. Letztendlich bin ich als Dovahkiin gegangen aus dem Computerspiel Skyrim. Das Verkleiden an sich mache ich schon länger. Ich denke, dass kam auch damit zustande, dass ich irgendwann begonnen habe Kleidung selber zu nähen. Angefangen habe ich mit Handytaschen, Kissen und irgendwann steigerst du dich, bis du dich auch an Kleidung wagst.

Frage: Was ist dein Lieblingscosplay von allen die du hast?

Kitty: Ich würde tatsächlich sagen mein Gabriel Cosplay, weil es sehr nah am Original ist. Wobei das „Call the Midwife“-Outfit auch schon stark dran ist. Das ist einfach zuckersüß.

Frage: Was war dein schönster Moment auf einer Convention als Cosplayer?

Kitty: Mein allerschönster Moment war tatsächlich, letztes Jahr auf der Role Play Convention. Da war ich als Gabriel aus Xena und ich wollte eigentlich schon gehen, hab aber in ca. 40 Meter Entfernung eine Xena Cosplayerin gesehen. Ich musste einfach hinterher laufen. Irgendwann habe ich einfach geschrien „Xena!“. Sie drehte sich dann langsam um und sah mich erstaunt an „Gabriel?“. Sie hat mich als Einzige überhaupt erkannt, weil Gabriel in dem Outfit aus Staffel sechs eher unbekannt ist. Seitdem sind wir auch befreundet. Das war einfach ein total magischer Moment.
Erkannt werden an sich ist schon eine große Honorierung deiner Arbeit. Die Leute erkennen was du bist und damit weißt du, dass du deine Arbeit gut gemacht hast.

Fragen: Was war der anspruchsvollste Moment an deinen Outfits?

Kitty: Am anspruchsvollsten war wohl das Hunter-Outfit aus Bloodborne. Das war unglaublich aufwendig. Allein die ganzen Schnallen, die gingen wirklich ins Geld. Erst einmal die Richtigen finden und dann natürlich finanzieren. Sich auch erst einmal Gedanken machen, wie sieht die Hose aus, wie sehen die Schuhe aus. Im Spiel sieht man das halt nicht, zumindest nie direkt, sondern ich musste Standbilder machen und ran zoomen. Manchmal auch mal andere Vorlagen nehmen. Allein das ist eine große Vorarbeit für ein Cosplay. Aber das ist auch eine der Sachen, die mir daran am meisten Spaß machen. Sich im Vorfeld Gedanken machen.

Frage: Wie entscheidest du, welches Cosplay du als nächstes machen willst? Identifizierst du dich mit den Charakteren oder einfach nur, weil dir das Kostüm in dem Moment gefällt?

Kitty: Das Cosplay, das ich hier fotografiert habe, ist eher ein Tribut an die Serie. Auch weil ich keinen bestimmten Charakter darstelle. Ich habe ja auch meine eigene Frisur und auch meine eigene Schminke. Das war wirklich eher eine Hommage an die ganze Serie. Die anderen Charakter wie der Bloodborne oder der Dovahkiin, das sind im Grunde Charaktere, die im Spiel selber keine Namen haben, sondern du erstellst dir den Charakter selbst und entscheidest somit auch, wie der aussieht. Der einzige Charakter den ich wirklich als Vorlage genommen war tatsächlich Gabriel. Da hatte ich auch eine Kurzhaarperücke. Das mache ich dann davon abhängig, was mir gerade gefällt. Ich habe auch jetzt schon Pläne für das nächste Outfit, obwohl ich mit dem aktuellen noch gar nicht fertig bin.

Frage: Was sind deine zukünftigen Pläne? Irgendeinen Charakter, den du unbedingt machen möchtest?

Kitty: Charakter nicht, aber da ich auch häufig auf dem MPS, dem Mittelalter Spektakel, unterwegs bin, wäre mein Überprojekt eine Art Outfit für mich selber. Aber sich selber etwas zu erstellen ist immer komplizierte, als wenn man eine Vorlage hat, weil du immer entscheiden musst, was gefällt mir. Derzeit habe ich aber keinen konkreten Charakter.

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