Game of Thrones: Die Küchenschlacht

Ich koche und backe ziemlich gerne. Dabei bin ich auch ab und an experimentierfreudig und selten wird ein Rezept zweimal gekocht bzw. gebacken.
Meine Experimentierfreudigkeit führte mich, als großer „Game of Thrones“-Fan, natürlich auch zu dem offiziellen Kochbuch der Sendung vom Zauberfeder-Verlag.

Das Buch an sich

Bevor ich mit dem Bericht über meine Küchenschlacht beginne, möchte ich euch kurz das Buch vorstellen: Es beginnt mit einem tollen (und ziemlich langen) Vorwort von George R. R. Martin selbst, in dem er berichtet, wie wichtig Essen für ihn und seine Bücher ist. Wer erinnert sich nicht an die ausführlichen Beschreibungen der Festmahle? Und genau auf diese wurde zurückgegriffen.
Die Rezepte sind nach den Regionen sortiert, in denen sie gekocht werden: Die Mauer, der Norden, der Süden, King’s Landing, Dorne und Jenseits der Narrow Sea. Jedes Rezept beginnt mit einem Zitat aus den Büchern von George R. R. Martin in dem das Gericht erwähnt wird. Dem Koch stehen dann zwei Varianten des Gerichts zur Auswahl, entweder die mittelalterliche oder die moderne Kochweise. Bereits nach kurzem Lesen wird auch schnell klar, dass die mittelalterliche Variante häufig um einiges mehr an Aufwand, Kosten und Skills benötigt. Gerade die Vorbereitung sollte nicht unterschätzt werden, aber dazu in meinem persönlichen Bericht mehr.
Am Ende des Buches sind sogar tolle Menü-Vorschläge für ein „Game of Thrones“-Festmahl

Aryas‘ stibitzte Törtchen

Mein erster Kochversuch aus diesem wirklich tollen Kochbuch sollte sich „Aryas‘ stibitzten Törtchen“ aus „A Clash of Kings“ widmen.

Sie stibitzte eines davon und aß es auf dem Weg nach draußen. Es war mit gehackten Nüssen und Früchten und weißem Käse gefüllt, hatte eine Streuselkruste und war noch warm vom Ofen. Ser Amorys Kuchen zu essen, gab ihr ein Gefühl von Verwegenheit. „Barfüßig, sicherfüßig, leichtfüßig“, sang sie leise vor sich hin. „Ich bin der Geist von Harrenhal.“ – „A Clash of Kings“, George R. R. Martin

Damit es natürlich eine Herausforderung an meine Backkünste war, entschied ich mich für die mittelalterliche Variante. Bereits in der Beschreibung stand ausdrücklich, dass man viel Zeit dafür einplanen sollte. Ich muss aber zugeben, Einleitungstexte vor einem Rezept sind für mich wie eine Bedienungsanleitung: Sie werden ignoriert, bis ich verzweifel. Gut, dass ich dieses Mal kurz vor Beginn meiner Küchenschlacht doch einmal einen Blick auf diesen geworfen hatte und feststellte, dass ich im Begriff war 50 Törtchen zu fabrizieren. Wer sollte die denn bitte alle essen?! So wurde alles einmal halbiert…

Meine Einkaufsliste bestand aus einer Menge Gewürze, Rotwein, Rotweinessig, Pflaumen (Ich habe helle verwendet), Rosinen, Honig, Blaubeeren, Mehl und Zucker. Alles sollte man eigentlich in einem gewöhnlichen Supermarkt kaufen können und selbst wenn man eine Zutat nirgends findet, bietet einem das Kochbuch eine Alternative, was ich sehr gut finde.

Sirup kochen

Nachdem ich den Teig zusammengeknetet und ich mich von dieser klebrigen Masse befreit hatte (Ich hatte zu wenig Mehl bzw. zu viel Wasser verwendet, sodass der Teig nicht in der Schüssel blieb und hartnäckig an mir haftete. Lässt sich aber durch mehr Mehl retten, falls euch das auch mal passiert.), begann ich damit den Sirup zu kochen. Die Beschreibung im Kochbuch waren dabei sehr hilfreich, wobei ich mir vielleicht ein paar ungefähre Zeitangaben gewünscht hätte. Zwischenzeitlich war ich etwas verzweifelt, ob meine Rotwein-Obst-Plörre überhaupt jemals eine klebrige Konsistenz annehmen würde. Die Zeit hat es aber gerichtet.

Der Sirup des Grauens

Was ich super interessant an dem Rezept fand, war, dass die Plätzchen nicht gebacken, sondern frittiert wurden. Klar, wie hätte man das im Mittelalter auch anders machen können. Beim Ausrollen des gelben Teiges habe ich nur leider den Fehler gemacht und das ganze etwas zu dünn werden lassen. Dadurch werden die Keks irgendwann steinhart. Also: Ruhig etwas dicker, dann werden sie von innen schön weich und von außen knusprig.
Mit einem Glas wurde der Teig bearbeitet, sodass runde Törtchen entstanden, die ich dann in das kochende Fett warf. Immer in kleinen Grüppchen versteht sich.

Wie frittiert man Plätzchen: So

Tipp von mir: Sirup und Plätzchen getrennt servieren, dann kann sich jeder selbst so viel Sirup auf die Kekse packen, wie er will. Außerdem werden die Kekse dann nicht matschig.

Fazit

Die Art und Weise wie die Rezepte präsentiert und erklärt werden ist super! Besonders als „Game of Thrones“-Fan macht es einen riesen Spaß. Und schmecken tut es auch noch klasse.

 

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