Pokémon Go – Gotta catch ‘em all!

“Was ist den das schon wieder?“ – so oder so ähnlich klang es, als ich erst vor wenigen Wochen von der Existenz von Pokémon Go erfuhr, einer von Niantic veröffentlichten Spiele-App für Smart Phones. Ja, manchmal lebe ich wirklich unter einem Stein. Das mag in diesem Fall aber auch daran liegen, dass das einzige Pokémon Spiel das ich kenne das alte Sammelkartenspiel ist. Pokemon Go TeamKlar, die Serie habe ich damals auch verschlungen, aber einen Gameboy hatte ich nie. Als dann die Begeisterung in meinem Bekanntenkreis zum offiziellen Start aber doch recht groß war, wollte ich dem ganzen dann doch mal eine Chance geben. Ein Smart Phone habe ich ja immerhin. Mittlerweile bin ich auf Level 20, hab ein gut aufgestelltes Pokémon-Team und laufe fast jeden Tag mit dem Handy in der Hand durch die Gegend.

Das durch-die-Gegend-laufen ist wohl zugleich Segen und Fluch des Spiels. Ich finde es toll, dass man zum Spielen an die frische Luft und sich bewegen muss. Ich selbst habe dadurch schon einige neue Orte kennen gelernt und nette Leute getroffen. Andererseits gibt es auch viele Spieler, die jetzt dauerhaft nur noch auf ihr Handy starren und ihre Umgebung dabei völlig ausblenden. Immer wieder hat man in den letzten Tagen von Unfällen in Verbindung mit Pokémon Go gehört, die nur passieren konnten, weil die Spieler sich zu sehr auf die virtuelle Realität konzentriert haben.

Zu Beginn des Spiels gilt es, sich ein Starterpokémon auszusuchen. Wählen kann man zwischen Schiggy, Glumanda und Bisasam. Anhand eines leicht ergooglebaren Tricks ist es aber auch möglich, genau wie Ash mit Pikachu einzusteigen. Man tippt das Pokémon an und hat nun die Möglichkeit, einen Pokéball zu werfen und es zu fangen. Genau so funktioniert es auch mit den Pokémon die einem unterwegs begegnen. Die Karte im Spiel zeigt den genauen Straßenverlauf der Umgebung, und um sich im Spiel fortzubewegen muss man dies auch in der realen Welt tun (hier ist eine gute GPRS-Verbindung Voraussetzung). Dabei kann jederzeit ein Pokémon auftauchen. Welche Pokémon sich in der Nähe befinden sieht man in einem kleinen Fenster am unteren Bildrand.

PokestopAuf der Karte werden außerdem Pokéstops und Arenen angezeigt. Diese können überall sein – an Sehenswürdigkeiten, markanten Gebäuden, Spielplätzen, Restaurants … Besonders in den Zentren größerer Ortschaften sind sie häufig zu finden. An Pokéstops kann man sich mit allerhand nützlichen Dingen versorgen. Dort bekommt man Pokébälle, Heiltränke für verletzte Pokémon und hin und wieder auch mal ein Pokémon Ei, welches man ausbrüten kann indem man Kilometer um Kilometer zu Fuß zurücklegt. In Arenen können die Trainer ihr Kampfgeschick beweisen. Sobald ein Trainer Level 5 erreicht hat, kann er Arenen betreten und wird sogleich gebeten, sich für eines von drei Teams zu entscheiden: Team Rot steht für Wagemut, Team Blau steht für Weisheit, Team Gelb steht für Intuition. Ist die Entscheidung gefallen, geht es erst richtig los. In Arenen, die (momentan) dem eigenen Team gehören, können die eigenen Pokémon trainiert werden. In Arenen der gegnerischen Teams hat man die Möglichkeit sich mit anderen Trainern im Kampf zu messen und sie so für das eigene Team einzunehmen.

Durch das Kämpfen in Arenen, das Fangen und Weiterentwickeln von Pokémon und das Aktivieren der Pokéstops werden Erfahrungspunkte gesammelt, die zum Levelaufstieg benötigt werden. Für jedes gefangene Pokémon erhält man außerdem Sternenstaub und Bonbons, die benötigt werden um das Pokémon zu verstärken und zu entwickeln. Das ist es sicherlich, was für Viele den Reiz ausmacht – das Fangen, Trainieren und Entwickeln seltener Pokémon. Die Arenakämpfe zwischen den drei Teams treten da häufig in den Hintergrund. Es gibt sogenannte Lockmodule, die man an Pokéstops einsetzen kann, um für 30 Minuten wilde Pokémon anzulocken. Ist so ein Modul erst einmal aktiv, sehen das auch alle anderen Spieler in der Nähe. So ein Modul zieht also nicht nur Pokémon, sondern auch Trainer an. Es kommt nicht selten vor, dass sich 10 oder mehr Leute an einem Ort versammeln, alle mit Smart Phones bewaffnet. Auch ein toller Nebeneffekt des Spiels: als Teil der Pokémon Go Gemeinschaft kommt man schnell ins Gespräch und lernt Menschen kennen. Man begegnet Menschen jeden Alters, teilweise auch Familien die gemeinsam auf die Pirsch gehen. Als Pokémontrainer bleibt man nicht lange allein. So wird sich dann nicht selten zum gemeinsamen wandern und Pokémon jagen verabredet.

Mein SparkyDas Internet ist voll von Theorien, wo welches Pokémon am häufigsten auftaucht und dergleichen. Besonders hilfreich ist dabei die Seite Pokevision, welche genau anzeigt, wo und wie lange welches Pokémon in der Umgebung noch zu finden sein wird. Da wird das „fangen“  teilweise wirklich zum „jagen“, was noch einen ganz neuen Reiz mit sich bringt.

Natürlich hat das Spiel noch einige Mängel, vor allem über Serverprobleme wird sich häufig beklagt, aber mit der Zeit werden diese sicher behoben werden. Mit der Zeit legt sich hoffentlich auch ein wenig die Euphorie, die stellenweise fast in Hysterie auszubrechen droht, wenn beispielsweise in Düsseldorf eine Brücke komplett für Autos gesperrt werden muss, um die dort versammelten Pokémon Jäger nicht zu gefährden. Ja, das Spiel ist neu und macht Spaß. Ja, es ist toll, dass Gamer und Nerds jetzt auch mal raus müssen zum spielen. Aber dann doch bitte wirklich mit Bedacht und Vorsicht und ohne sich selbst und seine Umwelt durch Unachtsamkeit zu gefährden.  Denn das haben sich die Entwickler des Spiel sicher so nicht gewünscht.

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