Leichter gesagt als getan: Liebe dich selbst, wie du bist!

Shame on me. Dieser Artikel ist gefühlt seit einer Ewigkeit geplant und vorbereitet. Die unglaublich liebe und süße Nici (NiciNevergrowup) und ich hatte im Sommer letzten Jahres ein Skype-Date und haben dieses Thema vorbereitet: Body Shaming. Ich fand es zu dem Zeitpunkt so wichtig, euch ein positives Lebensgefühl zu vermitteln. Doch irgendwie wollte die Message nicht von meinem Kopf auf den Bildschirm, denn mein größtes Problem war, dass ich sie selbst nicht glaubte.

Das Gespräch mit Nici war so wundervoll flauschig, wie sie wohl an dieser Stelle sagen würde. Wir waren uns über das Thema Body Shaming ziemlich einig. Die Problematik dieses Themas und was dieser Hass und Selbstzweifel mit einem anrichten kann. Ich fand diese ganzen Worte auch unheimlich klug und einleuchtend. Ich fand es so wichtig, dass ihr alle diese Botschaft verinnerlicht, aber ich selbst zweifelte so sehr an mir. Und das für eine ziemlich lange Zeit. Da hätte ich es so heuchlerisch gefunden, euch etwas vorzupredigen, an dem ich scheiterte.

Seit ungefähr einem Monat geht es bergauf.

Aber das kostete mich viel Mut und vorallem Zeit, denn hin und wieder kommt ein großes Tief, dass mich immer noch aus der Bahn wirft. Doch jetzt weiß ich, was mir hilft!

Vielleicht haben die ein oder anderen von euch schon davon gehört, die Staffeln auf Netflix gesehen und sich vielleicht sogar genauso davon inspiriert gefühlt wie ich. Die Rede ist von RuPaul’s Drag Race. Ja, es ist mal wieder eine Serie bzw. eine Show, die mich dazu ermutigt hat, aus meiner Höhle herauszukriechen. Und daher bekommt ihr jetzt so viele geniale Drag Race GIFs, wie ich nur finden kann, begleitend zu dem so lange geplanten Artikel.

Body Shaming Sucks!

Body Shaming ist ein Problem unserer Sozialien Medien (dann wohl eher Asozialen Medien, oder?). Tag für Tag werden wir von perfekten Insta-Bildern, Facebook-Beiträgen und Blog-Posts bombadiert, die uns nur eines zeigen: Die anderen sind perfekt und ich bin es nicht. Aber ist das nicht traurig? Ist es nicht traurig, dass wir uns von dem Monster Internet so beeinflussen lassen? Es fängt doch schon damit an, dass dieses Problem einen Namen bekommen hat! Body Shaming. Wüssten eure Eltern, was dieses Wort überhaupt bedeutet? Also meine tun es nicht. Das soll nicht heißen, dass sie nicht auch unter Selbstzweifeln leiden, aber sie haben diesem Dämon keinen Namen gegeben und ihn nicht zu diesem riesigen Balrog mutieren lassen! So traurig es ist, wir, die Nutzer der Asozialen Medien, haben ihn aus den tiefen Morias auferstehen lassen. Wir haben zu tief gegraben im Internet! Er hat uns durch die Hallen der Zwerge gejagt. Genauso können wir jetzt sagen: YOU SHALL NOT PASS!

Wenn wir den ganzen Schwindel wegwischen und uns genau anschauen, was hinter all den Filtern und Photoshop-Retuschen übrig bleibt, dann sind es Menschen wie du und ich. Mit Selbstzweifeln. Für die gibt es keinen Filter, glaubt mir, sonst hätte ich ihn schon gefunden. „Wir müssen einen Blick dafür bekommen, was real ist“, sagte Nici in unserem Gespräch. Entretuschieren wir diese Lügen und überzeugen uns davon, dass wir alle Makel haben. Und das ist ja auch das wundervolle an uns Menschen: Wir sind nicht alle gleich. Alles andere wäre eine gruselige Science-Fiction Distopie.

Doch was ist, wenn wir uns davon überzeugt haben, dass wir nicht alleine sind? Es bleibt das allergrößte Problem, eines, bei dem dir niemand helfen kann, dein eigener kleiner Dämon, der dir morgens eine Prise Selbstzweifel in den Kaffee oder Tee schüttet, als wäre es Zucker.

Hallo, mein Name ist Brenda!

Nennen wir den kleinen Dämon Brenda, wie es eine meiner Lieblings Drag-Queens Katya hier tut. Es gibt nichts leichteres, als seinen Freundinnen zu sagen, dass sie so perfekt sind und es aus tiefstem Herzen ehrlich zu meinen. Von Außen betrachtet ist die Schönheit eines Menschen so offensichtlich. Wie schnell erkennen wir diese auch. Doch die eigene Schönheit? Da kommt wieder diese Brenda und schüttet uns Selbstzweifel ins Getränk. Selbst wenn uns jemand sagt „Hey, du siehst fantastisch aus!“, erntet er nur Misstrauen. Denn Brenda führt schon Liste, was er eigentlich meinen könnte.

Setzen wir Brenda auf die Abschussliste. Erklären wir sie zum Staatsfeind Nummer Eins. Und zuallererst sagen wir Brenda: „Shut the fuck up!“

(An alle Brendas da draußen: Nein, ich haben nichts gegen den Namen oder gegen euch)

Eigenlob stinkt… nicht!

Wir haben das Problem erkannt und analysiert. Doch wie werden wir es los? Moria können wir nicht von dem Balrog reinigen. Schließlich sind wir nicht Gandalf. Wir sind wohl eher Sam. Nehmen wir an, er hätte Galadriels Phiole schon gehabt. Wie wäre es denn damit?

Blenden wir den Dämon und hauen ab!

Weg mit den ganzen illusionistischen Insta-Posts und Facebook-Fotos und her mit den inspirierenden Beiträgen von Leuten wie Nici, Cira Las Vegas, Kupferfuchs und vielen anderen tollen Leuten, die euch keine Lüge auftischen, sondern euch beflügeln. Nehmen wir sie als Vorbilder und nicht die Insta- und Facebook-Lügen.

Machen wir anderen Komplimente! Denn wir würden uns genauso darüber freuen, (wenn wir Brenda vertrieben haben). „Manchmal nehmen ich meinen ganzen Mut zusammen, wenn ich draußen jemanden Fremdes sehe, der z.B. etwas besonders tolles anhat, und gehe hin und mache ein Kompliment“, erzählte mir Nici letzten Sommer. Ja, auch dazu gehört einiges an Mut. Aber ist es nicht ein schöner Gedanke, jemanden den Tag versüßt zu haben?

Wo wir schon einmal bei Komplimenten sind: Macht euch selbst auch eins! Ihr seid fantastische, wundervolle Geeks und Nerds! Ihr seid perfekte Menschen!
Und wenn wir eine Delle am Po haben, scheiß drauf. Und wenn wir von anderen als zu dick oder zu dünn beschimpft werden: Haben unsere Mütter uns nicht früher immer gesagt „Die sind nur neidisch“?

Es werden schlechte Tage kommen, an denen die Zweifel wiederkommen, an denen irgendwer irgendwas doofes über uns sagt, aber wir sollten daran denken, dass diese Menschen vielleicht selbst an sich zweifeln. Es wird auch nicht so einfach sein, aus den eigenen Zweifeln zu entkommen. „Niemand kann euch dazu zwingen, euch selbst zu lieben. Aber ihr müsst auch sehen, dass es Gift für euch ist, zu resignieren“, und dabei stimme ich Nici vollkommen zu.

Es ist einfacher gesagt, als getan, sich selbst zu lieben, aber es ist wert, dafür zu kämpfen.

One thought on “Leichter gesagt als getan: Liebe dich selbst, wie du bist!

  1. Sehr gut geschrieben! 100 % wahr :)
    Ich finde es sehr gut, dass du so ein Thema angehst und ehrlich darüber redest, was wohl in jedem von uns oft ist: eine Brenda. Ich glaube zwar nicht, dass man sie für immer loswerden kann, aber es würde ja manchmal schon helfen, wenn sie etwas weniger Selbstzweifel in den Tee oder Kaffee schüttet ;-)
    Mach weiter so!

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